Vergiftet ihr eure Kinder?

Für die meisten Eltern ist es nichts neues, dass man vor allem bei Babyspielzeug vorsichtig sein muss, da viele Spielsachen Schadstoffe beinhalten – und das nicht nur bei no-name Produkten! Laut test.de sind auch Top-Marken wie Brio, sigikid und Steiff dabei.

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© Juliane Buhk / pixelio.de

Im Winter 2010 gab es dann erstmal eine riesen Welle an Kritik, nachdem Stiftung Warentest einen ausführlichen Bericht über Schadstoffe in Kinderspielzeug veröffentlichte (ebenfalls auf test.de zu finden). U.a. kam dabei heraus, dass 42 von 50 getesteten Spielzeugen Schadstoffe enthielten – aber inzwischen hört man nur noch selten etwas darüber. Zumindest keine Kritik - dafür aber viele Tipps für den Kauf von Babyspielzeug.

Und das finde ich unmöglich. Natürlich sollte der Verbraucher darauf achten, was er kauft – man greift ja im Supermarkt auch nicht blind ins Gemüsefach und hofft, dass etwas gutes dabei herauskommt. Aber hier ist der Unterschied: Wenn man Pech hat, kauft man beim “blinden Griff” ins Gemüsefach eben etwas, das nicht mehr ganz sooo frisch ist oder einfach nicht hübsch aussieht. Das ist nicht weiter schlimm. Aber wenn man beim Kauf von Kinderspielzeug Pech hat setzt man sein Kind womöglich krebserregenden und anderweitig gefährlichen Schadstoffen aus.

So weit darf es überhaupt nicht kommen.

Natürlich ist es sinnvoll, beim Kauf von Spielzeug z.B. an dem Produkt zu riechen oder zu prüfen, ob sich die Farbe leicht abreiben lässt (beides Anzeichen für Schadstoffe). Außerdem werden Verbraucher angewiesen, auf das Ursprungsland, TÜV-Abzeichen etc. zu achten. Doch abgesehen davon, dass diese Tests kaum ausreichen, um den Schadstoffgehalt eines Produkts zu überprüfen – sollte man das wirklich dem Verbraucher überlassen?

Die von Stiftung Warentest geprüften Spielsachen waren alle durch den TÜV gekommen und hatten die gesetzlichen Regelungen eingehalten – und trotzdem waren nur 20% davon wirklich schadstofffrei. Offensichtlich reichen die gesetzlichen Regelungen nicht aus. Für manche Schadstoffe gibt es entweder gar keine Regelungen, oder die Obergrenze ist viel zu hoch. Viele Spielzeuge, die vom Staat als “sicher” eingestuft wurden sind immer noch eine große Gefahr für Kinder.

Solche Spielsachen dürfen überhaupt nicht verkauft werden.

Im April wurde in Deutschland eine EU-Richtlinie übernommen, die u.a. Quecksilber in Spielzeug verbietet. Aber das reicht nicht. Die gesetzlichen Richtlinien für Schadstoffe in Kinderspielzeug müssten viel, viel strenger sein.

Warum man nicht härter dagegen vorgeht, ist klar: viele Hersteller müssten ihre Produktion komplett umstellen und vermutlich Millionen, wenn nicht Milliarden dafür ausgeben. Und in einer Welt, in der man mittlerweile sehr freizügig mit Begriffen wie “Wirtschaftskrise” umgeht, ist das keine sehr beliebte Option. Natürlich würden dann auch die Spielsachen viel teurer werden.

 

Die Frage ist nur, was ist wichtiger – Geld, oder die Gesundheit deiner Kinder?

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